Der Jagdwirt – nach dem Revierhegemeister ist noch lange nicht Schluss!

 

Autoren: Peter Braun, Christoph Maetz und Michael Ohlhoff

BoKu Wien 2022

Zufälle gibt es ja nicht – aber dass sich gleich drei deutsche Jagdaufseher / Wildtierschützer und Revierhegemeister BDJV zum Studium des Akademischen Jagdwirts an der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien bei Prof. Dr. Hackländer einschreiben und treffen, ist dann wohl ein Zeichen. Der Universitätslehrgang Jagdwirt (mittlerweile im 14ten Jahrgang) der Universität für Bodenkultur Wien des Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ) hat mit Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer als wissenschaftlicher Leiter des Universitätslehrgangs Jagdwirt den in deutschsprachigen Raum führenden Wildbiologen, welcher zum 01.01.2021 zu Vorsitzender der Deutschen Wildtier Stiftung ernannt wurde. 

Der Lehrgang besteht aus 10 Lehreinheiten die in den unterschiedlichen Bundesländern in Österreich stattfinden. Im Lehrgang muss ein Fachreferat gehalten werden, zum Ende des Lehrganges findet eine schriftliche Prüfung sowie die Präsentation der Abschlussarbeit statt. Die Abschlussarbeiten werden alle von der Boku veröffentlich. (https://jagdwirt.at/Jagdwirt-Lehrgang/Abschlussarbeiten). Wie kam Prof. Hackländer auf die Idee diesen Lehrgang anzubieten? Ihm fiel am Anfang seiner Lehrtätigkeit aus, das „ältere“ Semester in seine Vorlesungen teilnahen. Diese Teilnehmer stellten sich als Jäger heraus, die sich weiter bilden wollten. Für diese Gruppe wurde der Lehrgang geschaffen. 

Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Deutschland und Österreich – sondern ebenso aus Südtirol, der Schweiz und aus dem Elsass. Die Bewerbung für den Lehrgang erfolgt schriftlich, Corona bedingt fand das Bewerbungsgespräch nicht persönlich in Wien statt – sondern online per Video Konferenz. Die 20 zum Studium zugelassenen Jäger und Jägerinnen in unserem Kurs kommen aus den verschiedenen Bundesländern Österreich und Deutschlands – diesmal leider nur mit einem Teilnehmer aus der Schweiz. 

Der erste Lehrgang fand vom 23. bis 26.09.21 auf der Burg Hohenwerfen (Salzburg) statt und umfasste die Einführung in der Lehrgang, eine Darstellung der Jagdgeschichte und hatte als Schwerpunkt die Falknerei: Greifvögel und Eulen. Wirklich begeisternd war die [praktische Darstellung und Einführung in die Jagdmusik. Von Corona war insbesondere der vorherigen Jahrgang betroffen, so fand die zweite Lehreinheit, gemeinsam mit XIII. Jahrgang in Klagenfurt / Kärnten statt vom 4.11 – 7.11.21. Der Schwerpunkt lag bei diesem mal auf Jagdwaffen und – Optik, Waffenrecht, sowie bei den Konfliktierarten Bär, Luchs, Wolf. 

Höhepunkt dieser Einheit was der Besuch der Büchsenmacher Schule in Ferlach – mit Besuch der Werkstätten und Schiessanlage im Keller. Unter „normalen“ Umständen finden die Lehreinheiten immer in der Region der thematisch schwerpunktmäßig zu behandelnden Tierarten statt, also zum Beispiel Steinwild in Vorarlberg oder Hasen im Burgenland. Aber wir kennen ja alle die Tücken der Terminplanung unter Corona Bedingungen und so fanden wir uns alle in der österreichischen Hauptstadt Wien wieder und nicht in Mils bei Hall in Tirol. Nach vielen Jahrzehnten wieder an einer Universität die „Schulbank“ zu drücken war schon ein tolles Gefühl. 

Die inzwischen dritte Unterrichtseinheit, vom 24.02- 27.22 – an der BOKU brachte uns dies diese Themen: Wildkrankheiten: Bedeutung für das Wild und den Menschen, über Ethik in der Tier-Mensch-Beziehung, bis zu betriebswirtschaftlichen Aspekten im Jagdbetrieb. Die Bilder zu diesem Beitrag stammen von der dritten Lehreinheit. 

Die 4. Lehreinheit führte uns nach Poysdorf / Niederösterreich vom 31.03 – 3.04.22 in eine sehr reizvolle Landschaft, geprägt vom Landwirtschaft und Weinbau. Die Themenfelder waren, das Niederwild, die Landwirtschaft im EU-Kontext, das Haarraubwild. Sehr spannend war der Vortrag des Grafen Hardegg und die anschließende Exkursion zu seinen Niederwildschutzprojekten, die im Rahmen der von Ihm betriebenen ökologischen Landwirtschaft. Abgeschlossen wurde dieser Praxistag mit dem Besuch des Weingutes des Grafen. 

Die 5. Lehreinheit in Oberlech am Arlberg (Vorarlberg) steht vor der Tür – vom 07.7 – 10.07.22 – dieses mit folgenden Programm: Steinwild, Murmeltier, Wald- und Jagdpädagogik, Überwinterungsstrategien im Tierreich. Geplant ist eine Exkursion früh morgens, um Steinwild, Gamswild und Murmel in der in Bergen zu beobachten. Unser Zwischenfazit ist: es ist nicht nur die moderne, innovative und spannende Weiterbildung- die wirklich Einzigartig ist. Wann hat man schon Gelegenheit sich mit hochqualifizierten Lehrenden aus Forschung und Praxis auszutauschen? 

Es ist auch das Treffen von Gleichgesinnten aus Europa.

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