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Hygiene und Gesellschaftsjagden in Zeiten von Covid 19 und ASP

Von Michael Ohlhoff,
gepr. und amtl. best. Jagdaufseher, Revierhegemeister, Falkner

Wildversorgung

Hygiene und Gesellschaftsjagden in Zeiten von Covid 19 und ASP

Hygiene und Gesellschaftsjagden in
Zeiten von Covid 19 und ASP

Als Jagdleitung von Gesellschaftsjagden unterliegen wir in der aktuellen Situation ständig wechselnden Anforderungen, Anweisungen und Verordnungen. Beleuchten möchte ich mit dem aktuellen Artikel den kritischen Bereich der Wildversorgung. Wobei ich davon ausgehe, dass nicht jeder Schütze an seinem Stand aufbricht, sondern es bei Gesellschaftsjagden unverzichtbar ist, einen zentralen Aufbruchplatz zu errichten, der nach Nutzung desinfiziert wird. Dabei setzte ich als selbstverständlich voraus, das nur mit Handschuhen aufgebrochen wird, keine Messer mit Holzgriff benutzt werden, hängend aufgebrochen wird, geringelt wird, frisches kaltes Wasser zur Verfügung steht, usw. usw.

Aber zurück zur Gesellschaftsjagd.

Ist es beim Anstellen der Schützen und Führen der Treiberwehren noch meist problemlos möglich, die Abstände einzuhalten, ist dies in dem Bereich der Wildversorgung schwer möglich, da vor allen Dingen schweres Wild von mehreren Personen bewegt werden muss. Da sich am „Streckenplatz“ nur noch Jäger aufhalten, die Hunde abgeben, erlegtes Wild anliefern und oder Nachsuchen anmelden, haben wir es mit einem recht überschaubaren Geschehen zu tun. Die restlichen Teilnehmer der Jagd begeben sich nach ‚Hahn in Ruh‘ direkt nach Hause.

Somit steht einer geordneten Anlieferung und Versorgung bei entsprechender Organisation nichts im Wege, bzw. muss durch die Jagdleitung gewährleistest werden. Um noch einmal ausdrücklich darauf hinzuweisen, siehe Schreiben des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 26.10.20. Der/die Jagdleiter*in trägt die Verantwortung und hat entsprechend der Entwicklung der Corona-Pandemie mit angepassten hygienetechnischen Maßnahmen zu reagieren. Gem. § 4 Nds. Corona-VO ist ein Hygienekonzept zu erstellen, umzusetzen und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen. Somit haben wir in unserem Hygienekonzept die Wildversorgung als eigenständigen Bereich, mit einer klaren Personenzuordnung, eigenem Hygienekonzept und besonders abgetrenntem Bereich.

Hygiene und Gesellschaftsjagden in Zeiten von Covid 19 und ASP

Hygiene und Gesellschaftsjagden in
Zeiten von Covid 19 und ASP

Hygienemaßnahmen Aufbruchplatz:

1. Der Bereich der Wildversorgung ist abgetrennt (Trassierband)

2. Es gibt nur einen Zugang, versorgtes Wild wird durch einen eigenen Ausgang abtransportiert.

3. Der Bereich der Wildversorgung ist nur den zugeteilten Personen zugänglich.

4. Im gesamten Bereich der Wildversorgung herrscht Maskenpflicht.

5. Innerhalb und außerhalb des Aufbruchplatzes stehen Hygienestationen zum Händewaschen, abtrocknen und desinfizieren zur Verfügung.

6. Bewegen des Wildes zwischen Anlieferung und Aufhängen nur durch zugeteilte Personen.

7. Bewegen des Wildes nach der Versorgung nur durch zugeteilte Personen.

8. An den verschiedenen Aufbrechstationen wird jeweils nur eine Wildart versorgt.

9. Vor Öffnen des Wildkörpers wird eine Wanne zum Auffangen von Schweiß und Innereien unter das Stück gestellt.

10. Die Entsorgung von Aufbruch in hierfür bestellten Containern über die Tierkörperbeseitigung.

Besondere Hygienemaßnahmen zur Schwarzwildversorgung:

11. Schwarzwild wird ausschließlich in dem dafür vorgesehenen Bereich versorgt.

12. Schwarzwild wird ASP beprobt und sorgfältigst nach bedenklichen Merkmalen untersucht.

13. Um eine Kontamination der Kleidung beim Aufbrechen oder Zerwirken zu vermeiden, sollte hierzu geeignete Schutzkleidung getragen werden.

14. Sorgfältige Reinigung und Desinfektion der zum Aufbrechen verwendete Gerätschaften, Wildwannen sowie Stiefel und Schutzkleidung.

All diese wichtigen und verpflichtenden Maßnahmen, machen unsere Arbeit als Jagdleiter nicht einfacher. Jedoch ist eine Bejagung des Schwarzwildes gerade in der aktuellen Situation elementar wichtig. Wir können mit der Ansitzjagd nur bedingt zu einer Reduzierung der Bestände beitragen, somit müssen wir Jagdaufseher uns dieser neuen Herausforderung stellen. Wer jetzt der Meinung ist, die Einhaltung der aufgezählten Punkte wäre nicht möglich, wird auf den folgenden Bildern eines Besseren belehrt werden.

 

Zum original Artikel – Der Hegemeister 03/2020 – mehr Infos

 

Hygiene und Gesellschaftsjagden in Zeiten von Covid 19 und ASP

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