Leitartikel 01/2022

 

Svend Jürgensen

 

Liebe Mitglieder des BDJV,
das Jahr 2021 liegt hinter uns.

Ich hatte den Eindruck, dass es für die Jagd kein einfaches Jahr war:

  • sich abzeichnende politische Veränderungen, die mit Rufen nach der Verschärfung des Waffenrechts einhergingen;
  • die sich in den ländlichen Gegenden zuspitzende Wolfsthematik und demgegenüber die gleichbleibende Sympathie für die ungehinderte Ausbreitung des Wolfes bei Bewohnern städtischer Lebensräume;
  • die aufgrund von Covid-19 zunehmende Zahl von Wanderern und Radlern in den Jagdrevieren, die neben dem letztjährigen extrem starken Bodenbewuchs die Jagd erschwerten.

 

Schon dank dieser Unannehmlichkeiten gestaltete sich das Jahr 2021 jagdlich teilweise unerfreulich. Dazu gesellte sich Anfang 2022 nun auch noch ein wirklich dramatisches Ereignis: die Ermordung der 2 Polizisten in Kusel durch einen Wilderer, der leider mal ein Jäger war. Letzteres wird nun massiv genutzt, die Stimmung gegen die Jägerschaft unsachlich anzuheizen und legalen Waffenbesitz in Frage zu stellen. Es wird mit Desinformationen, mit bewusst falschen Begrifflichkeiten, Verdrehungen und schlichter Hetze in diesem Zusammenhang gearbeitet.

Bedrückend ist, dass auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen sich dafür hergibt und bereits vor dem Vorfall „Report Mainz“ in einer November-Sendung zu Schieß-Events vollkommen unsachlich über die Möglichkeit berichtete, als Gastschütze auf Schießständen zu schießen. Dabei wurde krampfhaft versucht, einen Zusammenhang mit Amokläufen herzustellen. Nach den abscheulichen Polizisten-Morden sucht „Report-Mainz“ nun auf Internet-Plattformen nach Menschen, die von Jagdunfällen betroffen waren oder von Jägern bedroht wurden. Das beides rein gar nichts miteinander zu tun hat, weil Unfall und Bedrohung sich schon in der rechtlichen Qualität deutlich unterscheiden, ist für Journalisten offenbar unerheblich. Das sind bedenkliche Versuche, uns als Jäger zu kriminalisieren.

Sie könnten zudem als Rechtfertigung von Übergriffen durch Jagdgegner dienen. Es ist also an der Zeit, dass wir genauestens auf mögliche Gesetzgebungsvorhaben achten und diesen Tendenzen gemeinsam entgegen treten. Ich möchte daher an dieser Stelle Euch alle bitten, zu schauen, wie wir in unserem Bereich der Jagdaufseher, aber auch der Jägerschaft, eine Einheit für die Jagd bilden können und in der Jagdpolitik geschlossen, nicht zerstritten und jagdneidisch, in Erscheinung treten. Ich würde daher im Hegemeister gern Raum bieten, dass sich jagdpolitische Organisationen mit ihren Zielen und Hintergründen vorstellen können.

Wenn Ihr Vereine kennt, die sich für die Jagd engagieren, dann ladet sie dazu ein, sich vorzustellen. Der Hegemeister sollte künftig auch ein Forum für die Vernetzung Gleichgesinnter aus den Bereichen Jagd-, Schieß- und Waffenwesen werden. Liebe Freunde, passt auf Euch auf. Die Tätigkeit, die die Polizisten in Kusel ausgeübt haben, ist häufig die von Jagdaufsehern. Gewiss ist das nicht Alltag, aber es zeigt, dass wir nicht nur eine verantwortungsvolle, sondern auch gefahrgeneigte Tätigkeit ausüben.

Waidmannsheil!

Euer Svend Jürgensen

 

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